Menü Wissenswertes

Wissenswertes

Die osteopathische Behandlung von Kindern mit idiopathischer Säuglingsasymmetrie im Vergleich zur physiotherapeutischen Behandlung. Randomisierte kontrollierte Studie.

Bettina Hasemann, Uta Kretschmer, Thomas Lange

Studienziel: Untersuchung der Effektivität der osteopathischen Behandlung von Kindern mit idiopathischer Säuglingsasymmetrie im Vergleich zur physiotherapeutischen Behandlung, einschließlich der Anleitung zum Handling nach Bobath.

Studiendesign: Randomisierte kontrollierte Studie.

Methoden: Drei an der Still Academy Osteopathie GmbH ausgebildete Osteopathen führten die Untersuchung in ihren privaten Praxen in Dresden und Zittau durch. 59 Säuglinge, im Mittel 8,4 ± 4 Wochen alt, mit idiopathischer Säuglingsasymmetrie und einem Asymmetriescore ≥ 2 nach Philippi et al. (2004) wurden eingeschlossen. Durch externe Randomisierung wurden je 30 Säuglinge der Osteopathiegruppe und 29 der Physiotherapiegruppe zugeteilt. Die Kinder der Osteopathiegruppe erhielten 4 individuelle befundorientierte osteopathische Behandlungen, basierend auf den osteopathischen Prinzipien, in wöchentlichen Abständen. In der Physiotherapiegruppe orientierten sich Befundaufnahme und Behandlung an die Inhalte der Ausbildung in Deutschland. Primärer Zielparameter war der Grad der Asymmetrie. Erfasst wurden die Spontanbewegung und die reaktive Bewegung in Bauch- und Rückenlage über eine Videoaufnahme mit anschließender Bewertung (Asymmetriescore nach Philippi et al., 2004) durch externe verblindete Evaluatoren. Außerdem wurde die Stützfunktion in Bauchlage beurteilt. Als sekundäre Zielparameter wurden häusliches Handling sowie alltagsbezogene Tätigkeiten (Elternfragbogen) und die Häufigkeit der osteopathischen Dysfunktionen erfasst.

Ergebnisse: Der Intergruppenvergleich zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung des Grads der Asymmetrie (Asymmetriescore: Differenz der Mittelwerte -2,1; 95% CI: -2,4 bis -1,7; p < 0,005) zugunsten der osteopathisch behandelten Gruppe. In der Osteopathiegruppe verbesserte sich der Grad der Asymmetrie um 30%, in der Physiotherapiegruppe um 15%. Auch die Stützfunktion in Bauchlage verbesserte sich zugunsten der osteopathisch behandelten Gruppe (Differenz der Mittelwerte -0,9; 95% CI: -1,1 bis -0,8; p < 0,005). Die häufigsten osteopathischen Dysfunktionen wurden in den Bereichen ISG und Sakrum vorgefunden, gefolgt Dysfunktionen des Diaphragmas.

Schlussfolgerung: Vier osteopathische Behandlungen über einen Zeitraum von vier Wochen führten zu statistisch signifikanten und klinisch relevanten positiven Veränderungen der Ausprägung der Asymmetrie bei Kindern mit idiopathischer Säuglingsasymmetrie. Diese Ergebnisse stützen die Resultate einer früheren Untersuchung (Philippi et al., 2006) und deuten auf eine Reproduzierbarkeit hin.