Integrative Bindungsorientierte Traumatherapie (I.B.T.®)
Die Integrative Bindungsorientierte Traumatherapie bei Säuglingen, Kleinkindern und Vorschulkindern (I.B.T.®) ermöglicht es, frühe und vorsprachliche Traumata zu erkennen und zu bearbeiten. Vorsprachliche Traumata sind seelische und/ oder körperliche Verletzungen, die Kinder in den ersten Lebensjahren, oft vor dem 3. Lebensjahr erleben. Sprache kann in diesem Lebensalter noch nicht zur Verarbeitung des Erfahrenen genutzt werden.
Extreme Stressereignisse bei Babys und Kleinkindern können während der Schwangerschaft, der Geburt und im Kleinkindalter geschehen und sich lebenslang in körperlichen Symptomen, Entwicklungsproblemen bzw. im Bindungs- und Sozialverhalten zeigen, weil sie vom Kind nicht verbalisiert und somit nicht verarbeitet werden können. Belastende Lebensereignisse in der Schwangerschaft, unter der Geburt, Unfälle, Klinikaufenthalte, Verlust der Bezugsperson (bspw. bei Pflegekindern, Adoptivkindern) und frühe medizinische Traumata (Operationen, ITS) verwachsen sich nicht, sondern werden ein Leben lang im Gehirn und Körpergedächtnis abgespeichert.
Zur Aufarbeitung dieser Traumata ist eine achtsame, bindungsorientierte Integration notwendig, die auf Sicherheit, Beziehung und Stabilität aufbaut. Die integrative bindungsorientierte Traumatherapie stärkt nach erfolgreicher Behandlung die Bindung zwischen Bezugsperson(en) und Kind und steigert damit die Resilienz des Kindes. Im Therapieverlauf wird auf die Besonderheiten in der Bindung zwischen Bezugsperson und Kind sowie auf die direkte traumaintegrative Arbeit mit dem Kind eingegangen. Damit verfolgt diese Therapie einen ganzheitlichen, systemischen und bindungsorientierten Ansatz.
Die I.B.T.®-Methode nach Katrin Boger gliedert sich in drei Phasen: Die Stabilisierung der Bezugsperson(en) durch die Bearbeitung eigener Traumata, die Stärkung der Bindung zwischen Kind und Bezugsperson(en) sowie die direkte therapeutische Arbeit mit dem traumatisierten Säugling oder Kleinkind unterstützt durch die Bezugsperson(en). Auf Grundlage dieses Therapiekonzeptes können Folgeerscheinungen traumatischer Erlebnisse bei Babys und Kleinkindern gemildert oder aufgelöst werden.
