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Geburt 2.0

Es ist selbstverständlich nachzufragen, wie Eltern die Geburt ihres Kindes erlebt und überstanden haben. Wer aber fragt die Hauptperson, das Neugeborene? Medizin und Gesellschaft räumen diesem größten aller Ereignisse im Leben eines Menschen leider nicht immer die Bedeutung ein, die es verdient hätte. Auch wenn viele Hebammen so manches auffangen und abmildern, läuft in Kliniken vieles geplant, technisiert und relativ emotionslos ab. Der Einsatz von Saugglocke, Lachgas oder das Einleiten der Wehen bis hin zum Kaiserschnitt, der aus medizinischen Gründen nicht unbedingt hätte sein müssen, ist für Säuglinge neben natürlichen Hindernissen wie Enge, Druck und Stress eine große Belastung.

Das gesamte synaptische System des Menschen entwickelt sich ausschließlich über Erfahrungen. Dies gilt insbesondere für den Säugling. Schreien, Erbrechen, Nahrungsverweigerung oder eigenwillige Motorik sind nur einige Beispiele für den Versuch, Protest und Unwohlsein anzumelden. Säuglinge haben keinen Einfluss auf den Ablauf ihrer Geburt, aber sie wollen und sollten ihre Frustration darüber los werden können. Dies können Eltern unterstützen: Das Kind möchte über seine Geburt reden. Es muss das Erfahrene aufarbeiten und will verstanden werden.

Zu Beginn der Behandlung wird der Säugling mit sanften manuellen Techniken eingestimmt, um mit ihm gemeinsam seine Geburt unter jetzt neuen sowohl körperlichen als auch emotionalen Aspekten nachzuerleben. Im weiteren Verlauf wird die Mutter aktiv in diesen Prozess einbezogen. Beide können dabei das Erlebnis als unsere Geburt verarbeiten.

Du kannst deinen Kindern deine Liebe geben, nicht aber deine Gedanken. Sie haben ihre eigenen.

– Orientalisches Sprichwort